25. Jahrgang
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Santigleistrichjie von Oberwald bis Bitsch

Autor: René Diezig
Auflage: 1'000 Exemplar – Dezember 2014
ISBN: 978-3-9524120-0-8
Preis: Fr. 25.- plus Porto

„Santigleistrichjie“– ja, das war für uns Schulknaben damals etwas ganz Besonderes, Aussergewöhnliches. Ich wage sogar zu behaupten, dass der althergebrachte Brauch für uns wichtiger war als das Weihnachtsfest. „Z’Chrischinli“ hat uns damals nämlich nicht gleich mit einer Päcklilawine überrollt – nein, die Zahl der Geschenke war eher rar. Aber beim „Trichjie“ wurden wir reich mit Äpfeln, Nüssen und Mandarinen beschenkt; seltener sogar mit Lebkuchen. Kam noch hinzu, dass ausnahmsweise wir – und nur wir –an diesem Tag das Sagen hatten. Wir durften den Tagesablauf, die Verteilung der Ämtchen und alles „Drum und Dran“ bestimmen und niemand – auch die Erwachsenen nicht – hatte uns da reinzureden.

Die Liebe und Verbundenheit zu diesem Brauch sind geblieben. Und so habe ich mich aufgemacht, möglichst viele Informationen über das traditionsreiche „Santigleistrichjie“ zu suchen und für die Nachwelt festzuhalten.

Geschriebenes habe ich leider wenig gefunden – kürzere Beiträge in Büchern, ein paar Artikel, die im Laufe der Jahre in unseren Zeitungen erschienen sind. So stütze ich mich mehrheitlich auf die mündliche Überlieferung. Von Oberwald bis Bitsch bin ich durch die Dörfer gegangen und konnte überall Leute ausfindig machen, die sich für den Brauch interessierten und bereitwillig mithalfen, ihn in einer möglichst ursprünglichen Form zu erhalten. (Dass dies keinesfalls selbstverständlich ist, kann im Kapitel „Gefahren, Auswüchse und Veränderungen“ nachgelesen werden.)

Leider sind meine Nachforschungen nicht lückenlos geblieben. So wird in einigen kleineren Dörfern oder Weilern heute gar nicht mehr „getrichjiet“, weil es zu wenig oder keine Kinder mehr hat. Dörfer wie Steinhaus, Im Feld, Greich, Goppisberg, Martisberg und Bister hatten früher noch ihre eigene Dorfschule und pflegten auch den Brauch des „Santigleistrichjie“. Da aber die Kinderzahlen in diesen Dörfern immer kleiner wurden, starb der Brauch schliesslich aus.

Umso mehr hoffe ich, dass dieser Brauch in den übrigen Dörfern auch in Zukunft gepflegt und gewürdigt wird und auch weiterhin am 5./6. Dezember das laute Erklingen der Kuhglocken – ob nun zu Ehren des heiligen Nikolaus oder zum Austreiben der bösen Geister – zu hören sein wird.

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